Dagmar Becker

Unsere Welt wird täglich ärmer - UN-Aktionstag „Internationaler Tag der biologischen Vielfalt“

Umwelt & Energie

Dagmar Becker, die Umwelt- und Naturschutzexpertin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, ruft die Bürgerinnen und Bürger des Freistaats anlässlich des morgigen UN-Aktionstags „Internationaler Tag der biologischen Vielfalt“ dazu auf, sich die Bedeutung einer vielfältigen und artenreichen Erde bewusst zu machen:
„Die Welt, in der wir leben, wird täglich ärmer. Und daran haben wir Menschen, haben die Formen unseres Wirtschaftens einen großen Anteil. Die Artenvielfalt ist weltweit und auch in Thüringen bedroht. Etwa alle 20 Minuten stirbt auf der Welt eine Art aus - das sind mehr als 26.000 Arten jährlich. Die Gesamtzahl der Arten ist allein zwischen 1970 und 2000 um 40 Prozent gesunken. Das bedeutet: Die Erde wie wir sie kennen, wird auf Dauer so nicht bestehen können. Ein Umdenken ist gefragt.“

Dagmar Becker empfiehlt den Tag  für einen Besuch einer unserer Nationalen Naturlandschaften zu nutzen. Engagierte Menschen pflegen diese mit viel Aufwand und Herzblut. „Ich persönlich empfehle einen Besuch im Nationalpark Hainich. Denn unser Thüringer Nationalpark ist geradezu ein Hotspot der Artenvielfalt. Mauswiesel, Bärlauch, Schwalbenschwanz, Eisenhut, Türkenbundlilie, Buche, Wildbiene, Stieglitz, Raubwürger und Kolkraben – alle diese und viel mehr Lebewesen und Pflanzen sind im Hainich zu Hause. Der Gang in die Natur lohnt sich!

Gleichzeitig setzt sich Becker für bessere Rahmenbedingungen für die Ökologische Landwirtschaft in Thüringen ein: „Der Ökolandbau ist eine ressourcenschonende Form der Nahrungsmittelerzeugung, trägt zum Klimaschutz bei und fördert die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft.“ In Thüringen sei diese Form der Landbewirtschaftung allerdings nicht nur wenig verbreitet, sondern auch auf dem Rückzug. „Thüringen ist beim ökologischen Landbau mittlerweile bundesweit unter den Schlusslichtern.“ Und das, obwohl die Landesregierung schon seit Jahren entsprechende Ziele und Strategien verfolge, wie beispielsweise das Programm ÖkoKompakt. Augenscheinlich wurden diese bisher nur halbherzig angegangen, haben sich als ungeeignet erwiesen oder passten nicht zu den Bedürfnissen der Landwirte, konstatiert Becker.

Notwendig seien hingegen stabile Rahmenbedingungen, dauerhafte Anreize zur Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft und eine KULAP-Förderung, die maßgeschneidert auch auf ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe zugeschnitten wird. Hier müsse mehr getan werden. Denn die konventionelle Landbewirtschaftung, die auf chemisch-synthetische Pestizide, Kunstdünger sowie wenige Tierrassen und Pflanzensorten setzte, gelte als eine Hauptursache des dramatischen Artenschwunds und bringt hohe Klimabelastungen mit sich, führt Becker aus.

Welche dramatischen Auswirkungen Pestizide, Monokulturen und fehlende Rückzugsräume auf die Artenvielfalt haben, zeigen die Ergebnisse des Artenschutz-Reports 2015*: Seit 1990 ging der Bestand von Rebhühnern in der Agrarlandschaft um ca. 90 Prozent zurück. Weitere prominente Opfer der Intensivlandwirtschaft sind Bienen und Feldhamster.

Elisabeth Lier
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